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Das Alström Syndrom

     Das Alström Syndrom ist eine sehr seltene rezessive Erbkrankheit. “Rezessiv” bedeutet, dass die Krankheit nur vererbt wird, wenn beide Elternteile Überträger des Erbmerkmals sind. Die Eltern – und andere Merkmalsträger – zeigen dabei keine Anzeichen der Krankheit. Wenn von beiden Eltern das betroffene Gen an das Kind weitergegeben wird, entwickelt das Kind die für die Krankheit typischen Symptome, weil es im Gegensatz zu den Eltern eine "doppelte Dosis" des Alström Genes trägt.
     Die ersten Anzeichen der Krankheit beginnen gewöhnlich im Kleinkindesalter: Nystagmus (Augenzittern) und Lichtscheu. Die Augensymptomatik ist fortschreitend und führt zu Retinopathie (nichtenzündliche Netzhauterkrankung) und im weiteren Verlauf zur vollständigen Erblindung. Alle Alström Patienten entwicklen diese Augensymptomatik. Ein Teil der vom Alström Syndrom betroffenen Kinder entwickelt ebenfalls sehr früh eine gefährliche Herzschwäche: Dilatative Kardiomyopathie mit obstruktivem Herzversagen. Diese Herzschwäche kann bereits vor der Entwicklung der Augensymptome einsetzen.

     Kinder mit Alström Syndrom nehmen im ersten Lebensjahr rasch an Gewicht zu und sind während der Kindheit meist übergewichtig. Gewöhnlich setzt bereits vor dem 10. Lebensjahr ein Hörverlust ein. Später, nach der Pubertät, neigen die Jugendlichen zu Insulinresistenz, d.h. sie entwickeln die Symptome eines Diabetes mellitus bei gleichzeitig bestehendem erhöhten Insulingehalt im Blut. Weitere Symptome des Alström Syndroms sind eine Verdunkelung von Hautpartien, die Acanthosis Nigricans genannt wird, Skoliose (eine Verkrümmung der Wirbelsäule), Kleinwuchs, Schilddrüsenunterfunktion, langsam fortschreitende Nieren- und Leberfunktionsstörung sowie – auch im jungen Erwachsenenalter – eine dilatative Herzmuskelerkrankung. Nierenversagen kann im zweiten bis viertem Lebensjahrzehnt eines Alström Patienten auftreten.

     Das Alström Syndrom wurde erstmals 1959 von einem schwedischen Arzt beschrieben. Inzwischen wissen wir von über 500 betroffenen Kindern und Erwachsenen (Stand 2008). Sie leben in 50 Ländern auf der ganzen Welt verteilt.

     Die Gesellschaft „Alström Syndrom International“ unterstützt betroffene Familien. Wir vermitteln auch den Kontakt zwischen betroffenen Familien und unterstützen so aktiv die Selbsthilfe. Gegenwärtige Forschungen zielen darauf ab, das Gen, das im Falle eines Defekts das Alström Syndrom hervorruft, in seiner Funktion besser zu verstehen.

Deutschsprachiger Kontakt:
Dr. med. Sebastian Beck

Spital Thurgau AG

CH-8596 Münsterlingen

E-mail:
beck.sebastian@gmail.com
Tel: +49 (0)7531-8918075

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Last Modified: November 17, 2008  

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